Echte und gedruckte Länge

Wie viel Zeit braucht man eigentlich für ein Interview? Wie viel vom gesprochenen Wort wird dann auch gedruckt? Das werde ich immer wieder gefragt, von Journalistenschülern, aber auch von Managern etc. Meine Antwort war immer Pi mal Daumen.

Empirie rules. Deshalb habe ich mir jetzt mal willkürlich ein paar PLAYBOY-Interviews aus den letzten Jahren gegriffen und die Gesprächsabschriften (inklusive fast aller „Öh“s und „Äh“s) mit den gedruckten Interviewlängen verglichen:

Luigi Colani: 131.122 Zeichen Abschrift, 19.343 Zeichen gedruckt

Heino: 104.674 Zeichen Abschrift,12.968 Zeichen gedruckt

Boris Becker: 98.962 Zeichen Abschrift, 20.111 Zeichen gedruckt

Peter Sloterdijk: 90.651 Zeichen Abschrift, 15.083 Zeichen gedruckt

Torwartgipfel Manuel Neuer/Toni Schumacher: 61.575 Zeichen Abschrift, 15.700 Zeichen  gedruckt.

Macht bei dieser Stichprobe 486.954 Zeichen Abschrift und 83.205 Zeichen gedruckt, das heißt im Klartext: Jedes 5,85246079te Wort, das in unseren Interviews gesprochen wird, wird dann auch tatsächlich im Heft gedruckt.

Wenn man noch die Zeit dazurechnet, dann… Ach, das wird mir jetzt zu kompliziert. Ich habe zwar ein bayerisches Abitur, aber Mathe mit 1 Punkt in der zwölften Klasse abgewählt.

Bleibt die Essenz: Das gesprochene Gespräch ist etwa sechs Mal so lang wie das gedruckte. Letzteres ist ein best of von ersterem.

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