Archiv der Kategorie: Aus der Fragebranche

(Wieder-)entdeckt: Pingpong-Interview mit Paris Hilton

Ein unfassbar schnelles, geistreiches, schlagfertiges und im Laufe des Gespräches doch ziemlich auf Augenhöhe geführtes Ping-Pong-Interview, das auch noch toll ins Deutsche übersetzt wurde: Paris Hilton zu Besuch in der Interviewhölle bei Piers Morgan. Lesen! Nachmachen!! (Danke an Claus Lochbihler für den Hinweis!)

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2006-35/artikel-2006-35-gefaellt-mir-nic.html

 

 

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Rösler-Interview mal anders – ohne Rösler

Interview mit Rösler, Rösler zickt – dann halt ohne Rösler. Bravo! http://blogs.taz.de/hausblog/2013/09/09/philipp-roesler-fragen-und-keine-antworten/

Fragen über Fragen – Antworten über Antworten

Ich habe die große Pflicht und die mindestens so große Ehre, als Vorjuror die Interviews für den Deutschen Reporterpreis, Kategorie Interview, zu lesen. Es sind knapp mehr als 100 Interviews, die die Kolleginnen und Kollegen da eingereicht haben und die ich zu lesen habe. Interviews aus den Leid-, äh: Leitmedien und welche aus der Provinz. Gespräche mit ganz großen, überlebensgroßen Stars und Gespräche mit mehr oder weniger normalen Menschen. Lustige Interviews und sehr traurige Interviews. Fragen über Fragen, Antworten über Antworten.

Ich möchte eigentlich am Bildschirm lesen, denn irgendwie muss man ja durchkommen durch die über 100 Texte.  Und dann bleibe ich doch wieder hängen, an einem Satz, eine Frage, einer Antwort, die einen bewegt, und dann druck ich mir doch wieder das ganze Ding aus und lese es. So sind derzeit meine Abende.

Danke jedenfalls, Kolleginnen und Kollegen: Das ist ein ganz schön ordentlich großer Kübel an tollen Interviews, den Ihr da im vergangenen Jahr über das Land ausgekippt habt!

Was war los, Sueddeutsche? Könnt Ihr das Wasser nicht halten?

Dass eine Zeitung mit Zitaten aus einem selbstgeführten Interview zu Marketingzwecken auf den Info-Markt wirft, ist normal.

Dass sie das am Vorabend des Erscheinens tut, ist auch normal.

Was aber die Süddeutsche da macht, finde ich irgendwie nicht normal: Sie berichtet in der Samstagsausgabe – und online – über ein Interview, das in der Montagsausgabe erscheinen wird. Haut als Appetithappen auf dieses – ehrlich gesagt nicht so Wahnsinns-Kracher-Jetzt-fliegt-uns-gleich-die-Welt-um-die-Ohren-mäßige – Interview Zitate raus (http://www.sueddeutsche.de/L5h38F/3655771/Vosskuhle-Es-muss-ein-Schlusspunkt-gesetzt-werden.html), die erst zwei Tage später überprüft und im Kontext gelesen werden können.

Was kommt als nächstes: Der Focus vermarktet am Donnerstag ein Focus-Interview vom kommenden Montag – das dann am Montag entweder gar nicht mehr erscheint oder, noch besser, schon inklusive der Reaktion auf das Interview oder, noch noch besser, inklusive der Reaktion des Interviewten auf auf die Reaktion auf das Interview?

Leute, haltet doch einfach mal das Wasser.

Voll putzig: Zeit kritisiert Kässmann-Interviews – per Interview

Ist mir jetzt nochmal in die Hände gefallen: Voll putzig, wie die Zeit Margot Kässmann vorwirft, sie gebe medial zu viel Gas – in einem Interview…

ZEIT: Trotzdem sind Sie öffentlich enorm präsent. Der Kirchentag, ein Spiegel- Interview, das Gespräch hier mit uns, jetzt das neue Buch Engagiert evangelisch , Auftritte im Fernsehen…

Käßmann: (schweigt)

ZEIT: Roland Koch sagt, es schafft keiner in der Öffentlichkeit, ohne dass Abnutzungsspuren bleiben von der medialen Verwertung. Haben Sie Angst, die Leute könnten sagen: Schon wieder die Käßmann?

Käßmann: Ja, auf jeden Fall. Es kann auch zu viel Käßmann werden in den Medien. Deshalb habe ich die letzten Monate gesagt: Jetzt muss ich das alles wirklich abbremsen. Ich muss zum Beispiel im Moment nicht in Talkshows gehen.

ZEIT: Aber welchen Sinn hat es zum Beispiel, dass Sie kürzlich im SZ-Magazin mit Fahrradluftpumpe auf dem Titel waren, zu der Frage: Wie lebt es sich ohne Führerschein, Frau Käßmann?

Käßmann: Ich habe das spontan zugesagt. Das war ja ein Motiv aus diesen Wortlos-Interviews, bei denen die Antworten jeweils nur aus einem Foto bestehen. Ich schau mir die Serie jedes Mal gern an. Als die Frage kam, ob ich mitmache, habe ich spontan zugesagt. Ich fand die Idee witzig, mach ich. So war das. Ich habe hier nicht gesessen und gebrütet, was bedeutet das?

ZEIT: Aber Sie sind doch Medienprofi.

Käßmann: Was meinen Sie denn, welchen Zweck ich verfolgt habe? Margot Käßmann darzustellen? Die meisten Leute fanden es gut zu sehen, die kann auch fröhlich sein. Die ist nicht nur »voll depri«.

(„Reiß Dich zusammen, Margot“, Interview mit Margot Kässmann, Zeit vom 26.8.2010, Hier der komplette Text)

Warum Reporter Luschen sind…

… und die Interviewer die eigentlichen Journalistenkönige – so, bzw. so ähnlich argumentiere ich zumindest in folgendem Beitrag (S. 24) für „impresso, die Zeitschrift für Zeitschriftenmacher“

http://www.szv.de/downloads/deutsch/veroeffentlichungen/impresso_2_2010.pdf

Uslar performt über Interviews

Der Showfaktor war sehr, sehr hoch, die Relevanz mehr so lálá – anyway: Moritz von Uslar spricht, doziert, performt über Interviews beim Reporter-Forum zu Hamburg, zuhören lohnt sich:

http://reporter-forum.de/fileadmin/mp3/audiofiles_workshop10/Uslar001.mp3