Lesetipp: Sportstars im Kreuzverhör

Es ist eine ganz eigene Form, die Paul Kimmage da gefunden hat: Interviewporträtreportagenfeatures könnte man die Texte nennen, die der britische Zeitungsjournalist über Boris Becker, Greg Le Mond, Jackie Stewart und andere Sportgrößen verfasst hat.

Kimmage schreibt für die Sunday Times, und zwar hauptsächlich das, was dort The Big Interview heißt. Jetzt sind seine besten Stücke auf Deutsch erschienen, in „Talk don’t Run. Sportstars im Kreuzverhör“ (Covadonga-Verlag, 14,80 Eur). Geschichten, die mal mit dem Dschungelbuch beginnen, mal mit einer Szene aus einem Scorsese-Film und mal mit einem Traum. Man ist als Leser – weit jenseits des üblichen „Ein kalter Donnerstagabend in London“ – bei der Interviewsituation dabei, hört, schmeckt, riecht den Ort und die Umstände des Gesprächs.

Und Kimmage hat, wie so häufig im angloamerikanischen Journalismus, nicht diese panische Angst vor dem „Ich“. Er erzählt uns also, warum er wen mag und warum wen nicht, welchen Eindruck er bei der Sharapova gerne hinterlassen hätte und warum das nicht geklappt hat – immer ehrlich, immer unterhaltsam.

Dass Paul Kimmage auch noch Ahnung hat von der ganzen Sache, er war mal Radprofi, immerhin Tour de France, schadet seinen Interviews nicht. Und die deutsche Übersetzung: Passt schon.

Also: Kaufen! Und lesen!

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