„Wie viele Interviews pro Tag kann man überstehen?“

Ich: Herr Glavinic, wie viele Interviews hatten Sie schon zu dem neuen Buch?

Glavinic: Noch gar keines. Alles erst im August. Ich bin ja hier im Urlaub.

Ich: Wie viele Interviews pro Tag kann man überstehen, ohne Schaden an der Seele zu nehmen?

Glavinic: Zehn.

Ich: Zehn?

Glavinic: Zehn gehen. Bei der Buchmesse macht man ja nichts anderes. Man wird zwar wahnsinnig dabei, aber bitte: Was ist denn die Alternative? Kein Interview. Das hieße ja, man schreibt Bücher, für die sich keiner interessiert. Ich werde mich micht über sowas beklagen, das ist halt so, das gehört dazu.

Ich: Welches ist das beste, das erste oder das zehnte Interview am Tag?

Glavinic: Sicher nicht das zehnte. Ganz sicher nicht!

Ich: Lernt man etwas aus Interviews?

Glavinic: Wie bitte?

Ich: Lernen Sie etwas aus Interviews?

Glavinic: Nein.

(Interview mit Thomas Glavinic, Anfang Juli 2009, Rom. Thomas Glávinic‘ neuer, unbedingt zu lesender Roman „Das Leben der Wünsche“ erscheint dieser Tage im Hanser-Verlag – oder wie die Analphabeten aus dem Verlag schreiben, im „Hanser Verlag“, http://www.hanser-literaturverlage.de/buecher/buch.html?isbn=978-3-446-23390-4. Das Interview demnächst im PLAYBOY.)

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