Informiertes Stottern

Ob Max Dax mit seinen „Dreißig Gesprächen“ (edition suhrkamp) wirklich eine „Zwischenbilanz der Gegenwartskultur“ zu ziehen vermag, wie das der Klappentext behauptet – naja, was Pressestellen halt so schreiben. Aber es schadet ja nie, ein Suhrkamp-Bändchen mehr im Regal stehen zu haben.

Schon im Vorwort, oder nein, besser: Vorglühen, nein: in den Vorfragen und Vorantworten zu dem Buch sagt Max Dax (heißt der eigentlich wirklich so? Über Namen und Krankheiten soll man als Journalist ja keine Witze machen…) schlaue Sachen über das „informierte Stottern“, wie er das Interview bezeichnet:

… Wer lange genug sucht, findet das vom Lebenslauf Fallengelassene, Verdrängte, seltsame Zufälle. Wenn ich mein Gespräch mit einem seltsamen biographischen Detail eröffne, dann stelle ich damit klar, daß [Suhrkamp, Frankfurter Schule, BRD, deshalb alte Rechtschreibung, cth] ich es ernst meine, an meinem Gegenüber wirklich interessiert bin. Immerhin finden Gespräche nicht selten in undankbaren Situationen statt – der Star gibt ein Interview nach dem anderen, er wird immer dasselbe gefragt und fragt sich selbst: Was tue ich hier eigentlich?

Dass Dax in Interviews mit David Bowie Englisch gelernt hat, glaube ich jetzt mal einfach nicht – aber die Geschichte ist zu gut, um nicht erzählt zu werden.

Empfehlung also: Kaufen! Lesen! Und dann eine „Zwischenbilanz der Gegenwartskultur“ ziehen!

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